On the Radio

 

6 August, 2002 - WRD 5 - West Germany

aired a one hour special on Shamanism in Europe on Tuesday 06 August 2002.  S. A. Alich was part of this program.  We want to thank all those that tuned in! You can listen to the program here.

 

20 April, 2002 - WRD 5 - West Germany

We want to thank all the listeners that tuned in on Saturday April 20th to hear S. A. Alich on "Vis-a-vis".  If you missed it, here is the transcript.  Thank you Elke!

 
„Ich wollte immer mit westlicher Medizin arbeiten und ich hätte es auch getan, nur, mir fehlte darin etwas. Deshalb begab ich mich auf die Suche. Jetzt ist es für mich sehr interessant zur westlichen Medizin zurückzukehren und das mitzuteilen und zu teilen, was ich gelernt habe.“
 
Schon im Kindesalter wollte Alexander Alich, Sohn eines Österreichers und einer amerikanischen Ureinwohnerin, Arzt werden. Es kam zunächst ganz anders: Er studierte Fernsehproduktion, schrieb insgesamt 14 Drehbücher und wurde Rettungssanitäter, eine in den USA nicht unübliche Biographie. Doch die Träume vom Heilen gab Alexander Alich nicht auf. Als Kind zusammen mit seiner Mutter in einer indianischen Gemeinschaft in Oklahoma aufgewachsen, war er von der Lebensweise der Native Americans tief beeindruckt:
 
„In materieller Hinsicht hatten sie nicht viel, und dennoch hatten sie eine ganze Menge. Sie hatten eine starke Verbundenheit mit der Erde, mit den Pflanzen und den Tieren, aber auch untereinander. Ich habe viel von ihnen gelernt. Ich habe es einfach aufgenommen durch all die Geschichten, dadurch, dass ich dabei gewesen bin. Es war eine andere Art in der Welt zu sein.“
Dies war, was er von seiner Mutter mitbekommen hat.
 
Es gab aber auch noch die Welt des Vaters.
Er, Offizier und Pilot bei der Armee, wollte eine exzellente Ausbildung für sein Kind. Deshalb schickte er Alexander in ein katholisches Internat in San Franzisko. Doch seine indianischen Wurzeln vergaß Alexander Alich nicht.
 
„Das hieß, eine kleine Brücke zu bauen zwischen diesen zwei Welten. Was immer ein Thema in meinem Leben gewesen war, zwischen der Familie meines Vaters und der Familie meiner Mutter, zwischen San Franzisko und Oklahoma und zwischen westlicher und indianischer Medizin. So fuhr ich los mit meinem Erste Hilfe Koffer in der einen und meinem Trommelstab in der anderen Hand.“
 
Seine Reisen führten ihn zu indianischen Medizinmännern, zu den Sufi und zu Schamaninnen und Schamanen im hohen Norden Skandinaviens. 1988 eröffnete Alexander Alich in Colorado das FoxFire Institute of Shamanic Studies. Eine Schule, in der er zusammen mit US amerikanischen Krankenschwestern, einem chinesischen und einem afrikanischen Arzt begann eine ganzheitliche Art des Heilens zu praktizieren. Sein Ansatz:
  
„Wichtig ist, was die Person braucht. Wenn sie sich um ihren Körper kümmern muss, das beherrscht die westliche Medizin sehr gut. Will sie mit ihrem Geist arbeiten, gibt es Therapien oder östliche Philosophien und für die Arbeit mit der Seele haben die indianische Medizin und der Schamanismus einiges anzubieten. Durch unterschiedliche Menschen kann all das zusammenkommen.“
 
Mit Menschen aus 16 Ländern arbeitet der 37 jährige Alexander Alich heute zusammen. Neben der Schule in Colorado hat er auch in Deutschland ein FoxFire Institute gegründet. Er gibt Fortbildungen vor allem für Menschen aus dem Gesundheitsbereich. Dabei soll der Blick darauf was Gesundheit, Krankheit und Heilung ist erweitert werden. In der westlichen Tradition ist das Wissen um Zusammenhänge, die über das körperlich hinausgehen, verloren gegangen. Alexander Alich will da neue Impulse geben, geboren aus dem schamanischen Wissen der Kulturen verschiedener Kontinente. Neben den Fortbildungen gibt der inzwischen in Deutschland lebende Amerikaner Workshops in Geschichten erzählen für Schriftsteller, Schauspieler und Redner und arbeitet auch mit Kindern und Jugendlichen. Er veranstaltet Zeremonien für junge Menschen, um ihnen den Schritt ins Erwachsen werden zu erleichtern. Ein Prozess, mit dem Jugendliche in der westlichen Kultur allein gelassen werden.
 
„In dieser rituellen Arbeit, mit der wir die Zeit der Veränderung feiern, können die jungen Leute sehen, dass ihre Kindheit nun zu Ende ist, dass sie sich von ihr verabschieden müssen. Es markiert einen Neubeginn in ihrem Leben. Manche Leute sagen: „Mein Sohn ist 14, kann er es jetzt tun?“ Aber es geht nicht um das Alter, es geht um den Schritt in die Verantwortung. Und es geht auch darum, als ein Mitglied der Gemeinschaft gesehen zu werden, nicht mehr als Kind, sondern als junger Erwachsener.“
 
 

updated 20 January 2007